Sehr geehrte Frau Schollmeier,
herzlichen Dank für Ihren Kommentar, aus dem Ihre jahrzehntelange Erfahrung und Ihr großes Engagement für die Mission des Gesundheits- und Sozialwesens sprechen. Der Ansatz von Quality Reinvented! resultiert aus der Erkenntnis, dass das konventionelle Qualitätsmanagement (zu dessen Kernbestandteilen Audits gehören) nicht einmal mehr der tatsächlichen Komplexität der heutigen Industrie und natürlich erst recht nicht den Anforderungen komplexer Dienstleistungen gerecht wird. Die verbreitete Norm- und Systembefriedigung, verkleidet als Sorge um Qualität, wirkt sich im Gesundheits- und Sozialbereich besonders fatal aus, da sie Ressourcen fehlleitet und bindet, die für die Bewältigung der existenziellen Aufgaben dringend benötigt würden. Wir werden weiter für eine Be-Sinnung in Führung und Management von Unternehmen und sozialen Organisationen eintreten und danken Ihnen für Ihre Ermutigung!
Viel Erfolg und alles Gute,
Ralf Kohlen & Rudolf A. Müller
ich arbeite seit mehr als 40 Jahren in einem Akutkrankenhaus mit aktuell ca. 1200 Mitarbeitern, die auf zwei Standorte verteilt sind. Vor diesem Hintergrund war der Webtalk „Wie werden interne Audits zu Energiequellen der Organisationsentwicklung?“ für uns zugleich Bereicherung und Bestätigung! Interne Audits im Gesundheits- und Sozialwesen müssen sich am Wesen des Kerngeschäftes ausrichten= Dienst am und mit Menschen! Menschen (Patienten, Bewohner, Klienten, Mitarbeiter usw.) sind im Gegensatz zu Produkten nur bedingt standardisierbar und messbar. Ein hoher Q-Standard ist im Berufsethos aller Gesundheits- und Sozialberufe verankert= selbstverständlich. Er wird durch die (brutale) Ökonomisierung der Branche konterkariert. Ein übergeordneter PDCA-Zyklus für das nationale Gesundheits- und Sozialsystem ist nicht nachweisbar. Die Leistungsträger (letzte Kettenglieder) sollen es „irgendwie“ bei sehr volatilen und zugleich überbordenden Gesetz- und Qualitätsvorgaben richten. Komplexe Konflikte und grenzwertige Ressourcen sind vorprogrammiert. Vor diesem komplexen Hintergrund brauchen zuständige Qualitäts- und Risikomanagementbeauftragte bzw. Auditoren komplexe Kompetenzen, u. a. vorausschauendes analytisches Denken, Empathie und „Fingerspitzengefühl“. Formell ISO-getriggerte Methoden und Auditoren werden kaum verstanden und akzeptiert. Sender und Empfänger denken und sprechen in unterschiedlicher Sprache.
Mein persönliches Fazit: Die Philosophie von Quality Reinvented entspricht dem Auftrag, dem Wesen und den menschlichen Anforderungen unserer Branche bzw. unserer internen und externen Kunden- Danke!
Gerade das Setzen und Mitnehmen von IMPULSEN aus den Best-Practice-Beispielen scheint mir der wertvollste Hinweis zu sein. Den Impuls, dass man etwas veraendern kann. Dann ist nur noch der MUT aufzubringen, auch wirklich Mut zur Veraenderung zu haben (wie Herr Koenig es erwaehnt hat). Den Mut zum Mut sozusagen.
]]>Meine praktische Erfahrung. Ohne wissenschaftlichen Anspruch. Muss auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein… Lediglich als Anregung, diesen Gedanken aufzunehmen und evtl. fortzusetzen (oder zu verwerfen)…
]]>Die besten Grüße
Martin Schön
PS. Wenn ich mir anschaue, welche Unternehmen mit welchen Strukturen in Asien wirklich Erfolg hatten (i.e. Profitabel waren), ist das nach meiner Wahrnehmung ein „proof of concept“ der Zitate.
]]>Und was sich meiner Wahrnehmung nach noch verändert hat – die Awareness bzgl. der grundsätzlichen Herausforderungen, die abgesehen von QS m.E. nie eine technologische Herausforderung waren.
Komplexität hat scheinbar zugenommen – das Empfinden der Kompliziertheit zweifellos.
Es basiert m.E. auf den oft sinnentleerten Darstellungen und Abstraktionen. Auf konkrete Anforderungen heruntergebrochen, würde sich zeigen, dass sich de facto tatsächlich nur die Komplexität geändert hat – und diese auch nur m.E. quantitativ, die Zahl „altbekannter“ Verknüpfungen hat sich um Faktoren geändert.
Noch ein Satz zur heute fehlenden Awareness – multikulturelle Unterschiede oder gar Inkompatibilitäten wurden zu Beginn der Globalisierung als Rootcause für gescheitertes Verlagern von Produktion/Entwicklung erkannt und ERNST genommen. Heute? Sucht man IT Lösungen?
Ein befreundeter CEO (German Business Pool) konnte mir das kürzlich in einer Diskussion bestätigen.
Viele Grüße
Martin Schön